Holding space…

Wer von uns ist nicht ab und an im Freundes- oder Bekanntenkreis als Berater gefragt oder herausgefordert. Was in diesem Zusammenhang “Holding space” bedeutet, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum ich einen Artikel schreibe, in dem Sie mehr darüber erfahren, wie Sie besser beraten können, statt meine eigene Beratertätigkeit zu empfehlen. Ganz einfach, ich glaube, dass in vielen Situationen das Gespräch mit einem guten Freund oder einer Freundin schon eine große Hilfe sein kann. Damit Sie, wenn Sie um diese Art Hilfe gebeten werden, nicht so schnell selbst überfordert sind, möchte ich Ihnen hier ein paar Tipps geben.

Holding Space in der Beratung

Holding space bedeutet so viel wie: einen liebevoll offenen Raum schaffen, in dem mein Gegenüber sich sicher und wohl fühlt, um zu seinen eigenen Erkenntnissen und Lösungen zu gelangen.

Beratung, so wie ich sie handhabe, ist weniger Ratschläge geben (das Wort Ratschlag klingt schon als müsse es wehtun), sondern eher dem anderen das Gefühl geben, sich akzeptiert und liebevoll begleitet zu fühlen.

Wenn Sie das nächste Mal in die Situation kommen, von jemand anderem um Rat gefragt zu werden oder um ein vertrauensvolles Gespräch gebeten werden, atmen Sie erst mal tief durch und denken dann einfach an folgende Punkte:

  1. Schalten Sie Ihr eigenes Ego aus und seien Sie ganz bei Ihrem Gegenüber. Kein “das kenne ich” oder “das habe ich auch schon erlebt, damals als…”. Hören Sie einfach aufmerksam zu.
  2. Werten Sie nicht. Was auch immer Ihr Gegenüber sagt, nehmen Sie es wahr und seien Sie neugierig, aber bewerten Sie das Gesagte nicht.
  3. Versuchen Sie nicht für Ihr Gegenüber eine Lösung zu finden, sonst wird es in den meisten Fällen Ihre sein und nicht die Ihres Gegenübers.

Darf es noch ein wenig mehr sein?

Und wenn das schon ganz gut klappt, dann hier noch ein paar weitere Tipps, wie Sie in solchen Gesprächen als wunderbarer Zuhörer wahrgenommen werden und ihrem Gegenüber “einen geschützten Raum” anbieten:

  1. Geben Sie aufkommenden Emotionen Raum. Tränen wirken reinigend und haben nicht immer mit Traurigkeit zu tun.
  2. Geben Sie dem anderen die Möglichkeit auf seine eigene Intuition und sein Wissen zu vertrauen.
  3. Wenn sich Ihr Gegenüber am Ende anders entscheidet als Sie entscheiden würden, respektieren Sie es.

Wie immer gilt aber auch hier, wenn Sie merken, dass Sie an Ihre Grenzen stoßen oder sich wirklich Sorgen um Ihr Gegenüber machen, dann helfen Sie Ihrem Freund oder Freundin professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

Sie haben Fragen oder Anmerkungen? Schreiben Sie gern einen Kommentar oder nehmen Sie direkt per E-Mail Kontakt zu mir auf: mail@juliabamberg.de