Gift

Ein Wort, das identisch geschrieben, in verschiedenen Sprachen so unterschiedliche Bedeutungen hat. Während es im Deutschen für etwas Gefährliches steht, ist es im Englischen etwas, was sich wohl jeder wünscht, zu haben oder zu bekommen. 

Erweitert man das Wort um zwei weitere Wörter bekommt man zum Beispiel “Gift of gab”, was laut Cambridge Dictionary steht für “the ability to speak easily and confidently in a way that makes people want to listen to you and believe you”.

Reden ist Silber, oder?

Sicherlich etwas was sich viele wünschen, dass andere im übertragenen Sinne an unseren Lippen kleben, wenn wir etwas erzählen. Der Nachsatz in der Cambridge Übersetzung macht mich stutzig: “She´s got the gift of gab – she should work in sales or marketing”. Ich bin jemand, die gern redet, wenn sie etwas zu sagen hat und gefragt wird. Und natürlich finde ich es schön, wenn man mir dann auch noch zuhört. Doch Sales und Marketing sind wohl nur das eine Ende auf der “gift of gab”-Skala, auf der ich mich eher mittig sehen würde. Das andere Ende würde ich sagen liegt in Bhutan. Wie ich eben in einem Artikel gelernt habe, sind mehr Worte dort weniger und sollte man nur dann reden, wenn man etwas zu sagen hat. Das liegt natürlich sehr im Auge des Betrachters bzw. in diesem Fall am Ohr des Zuhörers, wann etwas so wichtig ist, dass es mitgeteilt werden soll. Und doch bin ich der Meinung, dass es unserer westlichen Gesellschaft manchmal gut tun würde, ein wenig weniger zu reden (vor allem über andere).

Reden als Minimalismus

Was sagt Buddha dazu? Siebe alles was du sagen willst durch die drei Siebe:

Wahrheit: 1. Ist es wahr was du sagen willst?

Gut: 2. Ist es etwas Gutes, was du sagen willst?

Wichtig: 3. Ist es wirklich wichtig, dass du es sagst?

Beherzigt man diesen Rat, werden sich die Wörter wohl automatisch reduzieren, die aus unserem Mund sprudeln und die, die noch rauskommen, werden wohl eher Worte sein, also Wörter mit Bedeutung.

Und so unterschiedlich ist der Stellenwert des Redens, abhängig davon, wo man sich befindet.

Zurück zum gift

Schaut man auf die deutsche Bedeutung des Wortes “gift”, also Geschenk oder Gabe, ist es in der Regel sehr positiv konnotiert. Etwas für das wir dankbar sein können.

Der Januar in Verbindung mit diesem Wort, war für mich zu Jahresbeginn noch mal ein Anlass zu reflektieren, was sind denn eigentlich meine Gaben und wofür kann ich dankbar sein?

Obwohl das Jahr noch so jung ist, habe ich schon wieder viel geplant. (Das ist wohl meine große Herausforderung in diesem Jahr, mal weniger zu planen und auf mich zukommen lassen.) Und dafür bin ich sehr dankbar, überhaupt diese Möglichkeit des freien Planens zu haben. Weiterbildungen zu machen, reisen zu dürfen, interessante Jobangebote zu bekommen und mit tollen Menschen zusammenarbeiten zu können. Dafür bin ich definitiv dankbar!

Eine meiner Gaben, wenn man es so nennen mag, ist wohl, dass ich Wissen weitergeben kann und darf. Und dass ich Menschen begleiten darf, das intellektuell erworbene Wissen auch für sich als “erfahrbares” Wissen anzuwenden.

Was steht an 2019?

Für mich ist Weiterbildung unfassbar wichtig (“unfassbar” ist mein neues Unwort, weil es so schön griffig ist ;)). Im Februar ist meine Weiterbildung zur Systemischen Therapeutin (DSGF) beendet und ich habe viel gelernt in der Zeit der Ausbildung, nicht nur über Therapie, sondern auch über mich. Im März nehme ich in Bonn am 7 Tage Retreat von Dr. Joe Dispenza teil und freue mich schon unfassbar (ein schönes Wort, so flexibel einsetzbar) darauf. Nachdem ich seine Bücher gelesen habe, freue ich mich jetzt so intensiv mit ihm arbeiten zu dürfen.

Außerdem bin ich seit Ende 2018 für XLNC Leadership Diagnostic als Coach unterwegs und freue mich auf die Projekte die in diesem Jahr kommen.
Zudem möchte ich in diesem Jahr meinem persönliches Herzensthema Mindful Leadership noch mehr Raum geben. Zu der geplanten Ausbildung in diesem Bereich werde ich an anderer Stelle mehr Informationen teilen.

Also, kann losgehen liebes Jahr 2019! Und es startet schon mal hervorragend mit einer Reise nach Australien…noch eine Sache für die ich sehr dankbar bin, Freunde überall auf der Welt zu haben und diese auch ab und an besuchen zu können.